Sportbootführerschein-Prüfung im RSV
12 mal Gold!!!
Na ja, vielleicht ist das ein wenig übertrieben...aber für die Teilnehmer an der Prüfung zum SBF-Binnen hat es sich zumindest so angefühlt. Ich weiß, wovon ich rede, ich selbst war nämlich einer der Prüflinge.
Am 03.Februar 2020 begann die Ausbildung zum SBF in RSV noch nach Plan. Katrin Hilbert hatte Referenten, Termine und Teilnehmer zusammengeführt und die ersten Ausbildungsveranstaltungen liefen wie gewünscht. Dirk Sager sprach über Bootstypen und Rumpfformen, Siegfried Liepe übte mit uns Knoten und Horst Wezurek erläuterte den Unterschied zwischen wahrem und scheinbaren Wind. Dann kam die Corona-Pandemie und der Lockdown folgte. Das war natürlich erst einmal das Ende der Präsenzveranstaltungen. Unermüdlich und einfallsreich, wie wir sie alle kennen, schaltete Katrin kurzerhand auf "digital" um und die Ausbildung lief fortan im Videoformat. Horst erwies sich dabei geradezu als pädagogischer Entertainer, der es verstand, trockene Theorie selbst auf digitalem Wege so spannend zu vermitteln, dass aus vielen einzelnen Computerbildschirmen quasi ein "Klassenzimmer" entstand. Von unseren Schulkindern wissen wir, dass das nur wenigen gelingt! RSV im Glück! Dann aber kam die Ernüchterung. Bedingt durch die Pandemie war im Jahr 2020 nicht mehr an eine praktische Prüfung zu denken.
Zweiter Anlauf
Erst in diesem Jahr gab es wieder die Hoffnung, beim Prüfungsausschuss in Kiel einen Termin zur praktischen Prüfung zu bekommen, immerhin galt es, den Ausfall eines ganzen Jahres aufzuholen. Am letzten Samstag war es dann soweit. Nicht mehr alle Teilnehmer des letzten Jahres waren dabei, dafür waren einige neue Interessenten dazu gekommen. Und es stand ja noch das praktische Üben an. Für die jugendlichen Teilnehmer eigentlich kein Thema, die sind ja ständig im Coaching durch Katrin und ihre Trainer, aber die "Erwachsenen-Abteilung" brauchte da schon noch viele Stunden "betreutes" Segeln und Motorboot-Fahren. Nach den Sommerferien ging es dann los. Siegfried stellte sich und seine schöne 806 zur Verfügung, um das Segeln zu üben (was für sich schon eine schöne Segelerfahrung war) und der gute alte "Willem" wurde unter seiner Anleitung knatternd über den See pilotiert. Auch Horst sprang noch helfend ein, als sich kurzfristig ein zusätzlicher Prüfling meldete.
Das glückliche Ende bei schwachem Wind
Am Samstag war es dann soweit. Zwei Prüfer des DSV nahmen die Prüfung ab. Theorie, Knoten-Kunde und Fahren unter Motor gingen problemlos über die Bühne. Segeln bei fast Flaute war da schon eine größere Herausforderung. Die windfühligen Jollen der Jugend waren dabei von Vorteil, aber die kleine Leisure 17, für die sich die Erwachsenen als Prüfungsboot entschieden hatten, tat sich nahezu ohne Wind schwerer. Wie soll man ohne Wind zeigen, dass man segeln kann? Ein kleiner Trick half. Auf Anweisung des Segelprüfers wurde kurzerhand ein wenig "Wind" simuliert: "Sie haben doch einen Elektromotor am Heck, schalten Sie den mit 20% bei arretierter Geradeausfahrt dazu, steuern Sie ausschließlich mit dem Ruder des Bootes und fahren Sie alle Manöver mit entsprechender Segelstellung!" Tatsächlich! Es funktionierte! Restwind und Vortrieb addierten sich hinreichend. Das Fahrgefühl war zwar etwas ungewohnt, aber alles konnte zur Zufriedenheit des Prüfers umgesetzt werden. Und am Ende war es dann doch 12 mal Gold!
An dieser Stelle sei allen, die sich soviel Mühe gaben, um uns ins Ziel zu bringen, herzlich gedankt, besonders Katrin, Siegfried und Horst! Toller Job!
Frank Sarnowski
Pressewart (und Prüfling)







