Bericht von der 3.ten RSM der Saison 2023
Bergfest und Gourmet Foodtruck
Also gut, wenn ich als Neuling im Ratzeburger Segler-Verein schon mal den großen Preis der Berichterstattung zur RSM Veranstaltung gewonnen habe, dann kann ich die Gelegenheit ja gleich mal nutzen und mich kurz vorstellen… Mein Name ist Bernd und ich durfte den Ratzeburger See bereits häufiger als Gast im Rahmen der jährlichen MONAS-Regatta kennen lernen. Als ich dann Ende letzten Jahres vom Umstieg eines Vereinsmitglieds, weg von einer Monas hin zum Folkeboot gehört habe, musste ich die Chance ergreifen und habe umgehend meinen Aufnahmeantrag eingereicht. Das passende Boot samt Landeliegeplatz war ja schon vor Ort 😎
Meine Vorfreude auf die anstehende und für mich erste Clubregatta
war insofern besonders groß. Immerhin war es ja am 15. Juli nicht irgendeine
RSM sondern die 3.te des Jahres und somit die „Bergfest“-RSM, für die Georg
sich ein ganz besonderes Programm ausgedacht hatte. Neben der Segelei, die in
Form einer Langstreckenregatta an diesem Tag etwas umfangreicher geplant war, wurde
auch noch für das leibliche Wohl gesorgt und ein Gourmet Foodtruck aus Lübeck
auf den Kranplatz eingeladen. Es versprach also eine wirklich schöne
Veranstaltung zu werden.
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| RSM Schatzsuche Plan |
Als ich Samstag gegen 10:00 Uhr am Vereinsgelände eintraf, waren die Vorbereitungsarbeiten schon in vollem Gange. Die Regattatonnen erhielten gerade ihre Druckbetankung, die Meldelisten lagen bereit für die Akteure und der Regattakurs, den ich im ersten Blick als Schatzsuche-Plan angesehen hatte, stand zum Bestaunen bereit. Mehr und mehr füllte sich das Clubgelände mit gut gelaunten Segelfreunden. Immer mehr Boote wurden enthüllt und der letzte Feintrimm vorgenommen. Auf welchen Wind allerdings getrimmt werden sollte stand noch nicht so richtig fest. Zwar deckte sich die gemeldete Windrichtung aus S-SW mit den vorherrschenden Bedingungen, von den angesagten 4-5 Bft mit Böen bis zu 6 Bft waren aber erstmal nur 2-3 zu unserer Veranstaltung gekommen. Die restlichen sollten aber bis zur Mittagszeit noch kommen und man konnte sich auf sie verlassen! Wer sich ebenfalls an den Wetterbericht gehalten hatte, war der liebe Lorenz. Der bediente uns im Laufe der Vorbereitungen bereits mit satten 30°C und ließ uns pünktlich um 12:30 zur Steuermannsbesprechung auf wenige Quadratmeter Schattenfläche flüchten. Georgs Plan sah wie folgt aus: Ein Vorwindstart in Richtung Campingplatz, einmal durch die Düse, scharf ums Eck und erstmal Richtung Norden. Da Georg uns möglichst lange segeln lassen wollte, zeitgleich aber auch das knappe Zeitfenster des Foodtrucks und somit unsere rechtzeitige Rückkehr im Auge halten musste, stand die genaue Position der ersten Bahnmarke noch nicht fest. Von dieser aber dann in Richtung Südufer zur Tonne 2, zurück zur Tonne 1 und erneut südwärts. Nach dem zweiten Runden von Tonne 2 auf direktem Weg zurück auf den Domsee. An dessen Ostufer lag die dritte und letzte Tonne, von der es dann zurück ins Ziel gehen sollte.
Wenige Minuten später kreiste dann ein sehenswertes
Starterfeld von 19 Booten vor der Linie umher, um mit möglichst voller Fahrt,
pünktlich um 13:00 die Linie zu überqueren.
Dieser Teil der Übung gelang uns
allen auch noch recht gut, allerdings hielten unsere euphorischen Gesichtsausdrücke
nicht lange an. Was in Georgs Plan nämlich nicht eingezeichnet war, war das
Fahrgastschiff „Heinrich der Löwe“. Auf dessen Plan stand für Samstag den
15.07. um 13:01 offensichtlich das Gleiche wie auf unserem: Passieren der
Engstelle zwischen dem Dom- und Ratzeburger-See!
Als ebenfalls etwas unglücklich in dieser Situation erwies
sich die vorherrschende südliche Windrichtung. Soll bedeuten, wir lagen in
voller Windabdeckung hinter dem Dom. Meine Begeisterung, eine Wende quasi aus
dem Stand zu fahren hielt sich zwar stark in Grenzen, aber irgendwie ich sah
mich gegenüber Heinrich dem Löwen auch nicht in der klaren Favoritenrolle. Etwas
angriffslustiger erschienen mir hingegen ein Großteil meiner neuen
Vereinskollegen. Ein ganzer Pulk, insbesondere die Boote mit etwas mehr Gewicht
im Kiel, schob sich mit beachtlicher Geschwindigkeit durch das Flautenloch, um
mit Heinrich auf Tuchfühlung zu gehen. An der Stelle blieb dem Löwen nichts
anderes übrig als seine Krallen wieder einzufahren und seinen Fahrgästen die Show
im Stand zu präsentieren.
Recht zufriedene Gesichter dürfte es bei den zwei führenden
Booten gegeben haben; sie hatten es noch ohne Ausweichmanöver geschafft, direkt
vor Heinrichs (Bug)-Nase durchzuschlüpfen und konnten somit einen ersten
kleinen Vorsprung rausegeln. Nach dem sich das Chaos wieder gelegt hatte,
startete dann auch der Rest des Feldes auf einen rauschenden Vorwindkurs. Nach
ca. 20min Segelzeit warf Georg dann unsere erste Bahnmarke auf Höhe von
Kalkhütte über Bord. Nach dem Runden ging es dann mit einem schönen Am-Wind-Kurs
und 3-4 Kreuzschlägen zurück Richtung Südufer. Der eine oder andere
Materialtest blieb aufgrund von ein paar ordentlichen Böen zwar nicht aus,
wurde aber weitestgehend von allen Teilnehmern erfolgreich bestanden. Bei allen
schien der Segelspaß zu überwiegen und wir hatten zwei tolle Up- &
Down-Schleifen mit echtem Regattafeeling. Die Wettfahrt ging aber noch weiter –
raumschots und mit möglichst viel Fahrt im Boot zurück durch das Flautenloch
auf den Domsee. Sobald die Windkante wieder erreicht war, wurden die Schoten ein letztes
Mal dichtgeholt und mit zunehmender Fahrt ging es auf zur Tonne am
gegenüberliegenden Ostufer. Diese sorgte allerdings zu guter Letzt nochmal für
etwas Verwirrung. Irgendwie erschien die noch in Erinnerung geblieben
Richtungsvorgabe zur Tonnenrundung etwas zweifelhaft und führte am Ende dann
doch noch zu der ein oder anderen extra Meile. Hiernach war es dann aber
geschafft und wir steuerten auf direktem Weg durchs Ziel.
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| das 2. te Highlight des Tages |
Bernd


