Internationale MONAS Ranglisten Regatta „Sommer Cup“ 2023
Ein Segelwochenende der Superlative nach Gusto
der MONASSEN.
Um das zu verstehen, muss man wissen, dass dem MONASSEN,
also dem „MONAS Segler“ zwei Dinge im Leben richtig wichtig sind und das ist „Segelspaß“
und „Schlemmen
wie Gott in Frankreich“ und das am besten täglich und mehrfach.
Siebzehn MONAS Segler aus
Deutschland und Österreich haben sich auf den Weg nach Ratzeburg gemacht um am
ersten August Wochenende den „Sommer
Cup“ auszutragen. Aber im Norden gibt es seit Tagen keine Sonne, nur Regen,
kühle Temperaturen und kaum Wind, was eher nach Sommerpause statt Segelspaß aussieht.
Wie auf Bestellung, pünktlich am Freitagmittag (4.ter
August), kämpft sich die Sonne hinter den Wolken hervor und die Regenschauern
lassen nach. Petrus hat Einsicht, schließlich wollen wir mit der Schiffstaufe
meines Folkeboot „Milan“ ins lange Segelwochenende starten. Natürlich wird mit Sekt
aus den MONAS Weinbergen getauft und eine Taufurkunde, die alle Anwesenden
unterzeichnen, hat mein Taufpate Hajo auch vorbereitet. Ich bin überwältigt von
der Anzahl an Gästen (MONAS Segler, RSV Mitglieder, Freunde) die meiner Einladung
gefolgt sind, jetzt muss sogar die Rückseite der Urkunde zur Unterschrift
herhalten. Auch der CEO der Seekonferenz, Eduard, ist gekommen und überrascht
mit köstlichem Seestern-Lakritz als
Taufgeschenk.
Endlich Samstag und Start in den 1.ten Wettfahrttag. Das MONAS-Regattafieber breitet sich aus. Um 09:00 Uhr morgens sind die Segel bereits angeschlagen, die Segler studieren aufmerksam die Segelanweisung und die Bahnkarte, um in der Steuermannsbesprechung noch eventuelle Fragen abklären zu können. Die Flaggen am Fahnenmast am Domsee beginnen sich dezent zu bewegen, der Superforecast verspricht Wind der Stärke 2-3 Bft, welcher aber im Laufe des Nachmittags abnehmen soll. In Anbetracht dieser Situation plant Olaf die Regattabahn in den südlichen Teil vom Ratzeburger See in den Bereich Kalkhütte-Römnitz-Buchholz zu verlegen um keine kostbare Zeit mit der Logistik zu verlieren, damit 4 Wettfahrten möglich werden. Immerhin müssen mehr als die Hälfte der Regatta Teilnehmer, die Landlieger, noch einkranen.
Die Bahnmarken sind in Windeseile positioniert, das Startschiff wirft den Anker, die ersten MONAS Segler erreichen die Regattabahn und plötzlich herrscht Windstille. Aus der schwachen Brise (3 Bft) wird ein leiser Zug und in der Düse ist spiegelglatte See zu sehen. Jetzt heißt es abwarten und die Motorboote müssen die in der Düse gestrandeten MONASSEN schnellstens zur Regattabahn schleppen um sofort startbereit zu sein, wenn die Windmaschine wieder hoch fährt.
Aber es tut sich erst mal nichts, die spiegelglatten Flächen breiteten sich weiter aus, die Regattaleitung denkt an Abbruch. Die MONAS Segler hingegen plädieren für eine zweite Chance von weiteren 10 Minuten Wartezeit für Aeolus. Und plötzlich wie von Geisterhand setzt die schwache Brise (2-3 Bft) wieder ein. Die Windrichtung passt noch zu der Positionierung der gelegten Bahnmarken, so dass auf dem Startschiff ohne Zeit zu verlieren der Startablauf beginnen kann. Endlich geht die MONAS Flagge nach oben und 16 MONAS Boote tummeln sich mit Halbwindkurs vor der Startlinie und versuchen nun in den verbleibenden 5 Minuten bevor der Startschuss fällt die beste Startposition zu erreichen und zu verteidigen, denn ein guter Start ist bekanntlich die halbe Miete zum Sieg.
Es verspricht ein interessantes Rennen zu werden. Zum ersten Mal auf dem Ratzeburger See sind Kurt vom Achensee in Österreich, wo es nur Nord- und Südwind gibt, und Nina aus Duisburg, unser Segel-Neuling. Wir alle haben schon erlebt, wie sich unangekündigt plötzlich Starkwind am Ratzeburger See eingestellt hat, zuletzt 2021 als die MONAS Wettfahrten abgebrochen und Sonntags im Windschatten auf dem Domsee ausgetragen werden mussten. Deshalb genießt Nina in diesem Jahr in Ratzeburg den „MONAS Welpenschutz“ und nimmt als Duo-Crew (zusammen mit Niels) an der Regatta teil.
Der Startschuss zur ersten Wettfahrt fällt, gleichzeitig
geht die MONAS Flagge nach unten. Wie immer in der Startphase hört man Rufe
nach Raum und die Regattaleitung versucht gemeinsam mit dem Contraboot die
Frühstarter zu entlarven. Das passiert bei der MONAS Truppe im Vergleich zu
anderen Klassen nur sehr selten, denn beim Start sind die MONASSEN immer sehr
diszipliniert.
Bereits nach den ersten Metern auf der Startkreuz machen sich Strategie, Taktik und Feintrimm bemerkbar und das Feld reißt etwas auseinander. Beim Runden der Bahnmarken wird gefightet ohne Ende und dem ein oder anderen Segler steht die Anspannung und der Kampfgeist buchstäblich ins Gesicht geschrieben.
Die 5 Bestplatzierten der 1.ten Wettfahrt sind Bernd Reinarz, Andy Koch, Gerhard Pegel, Uwe Wenzel und Hubert Pfeifle in der entsprechenden Reihenfolge. Es folgt nun die Wettfahrt Nr. 2 und die ersten 5 Platzierten der Wettfahrt Nr. 1 sind wieder die ersten 5 der ersten Wettfahrt, aber in veränderter Reihenfolge: Andy Koch, Bernd Reinarz, Uwe Wenzel, Hubert Pfeifle, Gerhard Pegel. Das verspricht nun ein regelrechter Segelkrimi zu werden. Bernd hatte bei den letzten Regatten immer das Luxusproblem zu entscheiden, welche Wettfahrt mit Nr.1-Platzierung er als Streicher nehmen soll. Der Bann ist nun gebrochen, Andy Koch bringt richtig Spannung in das Match Race und aus dem gejagtem Bernd wird plötzlich der Jäger Bernd.
Insgesamt 4 sehr interessante und faszinierende Wettfahrten bietet uns der 1.te Regattatag und die Helfer auf den Motorbooten genießen dieses Segelkino hautnah und „Eintritt frei“. Das Zwischenergebnis der 5 Bestplatzierten ist Bernd Reinarz, Andy Koch, Gerhard Pegel, Uwe Wenzel und Hubert Pfeifle. Das war doch auch der Stand nach der 1.ten Wettfahrt und ist das offenbar ein Omen für den 2.ten Wettfahrt Tag? – Wir werden es sehen.
Und nach dem Segelspaß folgt bekanntlich “Speis und Trank im Schlaraffenland“. Auf der Menükarte steht köstliches Spanferkel aus dem Backofen der Schlachterei Bergmann, höchst persönlich zerlegt und kredenzt vom Chef „Björn“ und dazu ein kühles Bier oder ein schöner Weißwein aus den MONAS Weinbergen. Das trifft genau den kulinarische Geschmack der MONASSEN und ist der perfekte Ausklang für einen erfolgreichen Segel(Regatta)tag. Plötzlich steht die MONAS-Anfrage im Raum den „MONAS Sommer Cup“ zukünftig in „MONAS Spanferkelregatta“ umzubenennen.
Am 2.ten Wettfahrttag ist der Windforecast analog zum
Samstag, Vormittags und Nachmittags Wind der Stärke 2-3 und in den
Mittagsstunden nur ein leichter Zug oder einfach gesagt 1 Bft. Olaf probiert noch
schnell den Vormittagswind vor der Flaute auszunutzen, damit noch eine 5.te
Wettfahrt möglich wird und der Streicher zum Einsatz kommen kann. Er hat ein
glückliches Händchen für solche Entscheidungen, denn genau nach dem Zieleinlauf
aller MONASSEN lässt der Wind rapide nach.
Das Endergebnis nach der 5.ten
Wettfahrt steht fest und die 5 Bestplatzierten sind analog zum Zwischenergebnis
unverändert: Platz 1 Bernd Reinarz, Platz 2 Andy Koch, Platz 3 Gerhard Pegel
punktgleich mit Platz 4 Uwe Wenzel und Platz 5 Hubert Pfeifle. Wir gratulieren allen Teilnehmern.
Eure Umweltobfrau Christiane

