RSV-Clubabend: weit mehr als Seemannsgarn

RSV-Clubabend 12. April 2024.



Unser Clubabend entwickelte sich schnell von einem freundlichen Geplauder zu einem lockeren Erfahrungsaustausch über vielerlei – nicht nur seglerische - Themen.  Denn die wechselnden aber stabil mehr als 10 teilnehmenden Mitglieder waren am Freitagabend voll von aktuellen Eindrücken der vergangenen Wochen und Monate und der Wein des Vertragswinzers kam hinzu. Von der Terrasse hatten wir die ersten eingekranten Yachten im Blick und freuten uns auf die Segelsaison. Das hob die Stimmung.
 
Wer erwartet hatte, dass vorrangig über Termine, Regatten und Yardsticks diskutiert und das durchaus willkommene „Seemannsgarn“ gesponnen werde, wurde von der Fülle authentischer Hintergrundinformationen beeindruckt. Wo einander Vertrauen geschenkt wird, kommt man auch schnell von offiziellen Nachrichten und Pressemeldungen zu Erfahrungen „aus erster Hand“, die ja doppelt wertvoll sind. 

Langjährige Mitglieder konnten sich über Seniorenaufgaben austauschen, erfuhren aber so nebenbei von den ersten verkauften Flachs-Optimistenjollen (KHULULA) – von denen der RSV eine schon für die Ausbildung der Jüngsten reserviert hat.  Bootsbauer (davon gibt es ja im Verein nicht nur hauptberufliche!)  erklärten dann, wie man wohl den Flachs härten, die kritischen Stellen verstärken und die Optis einsatzbereit halten kann. Weiter gingen die Gespräche über den (hervorragenden!) Zustand des Vereinsheims zu dessen Ausrüstung: Lager, Werkstatt – und bald vielleicht auch Photovoltaik?!  Nee, eher nicht! Die sonnige Seite ist von Dom beschattet und das Dach wurde ja erst vor kurzem für viel Geld renoviert.

Als sich Gläser leerten, tauschte man sich über die effiziente Belieferung mit Getränken aus, denen man dann doch in der Kapitänsecke näher rückte.  Aber wie kommt der Verein an so hervorragenden Wein. Wie muss man sich die Arbeit des Vertragswinzers vorstellen, welche Chancen gibt es für eine Weinbauernkooperative?  Warum kann man nicht die Winzermühen solidarisch verteilen? Zwei Mitglieder berichteten von ihren Erfahrungen mit der Sterleyer SOLAWI (Solidarische Landwirtschaft) wo man ganzjährig die Gemüseernte teilt und zusätzlich Eier, Honig und Brot aus dem Lehmbackofen bekommen kann. Wie im RSV kann man viele Aufgaben auf Freiwillige umlegen, wenn es nicht ein Roboter mit einer schlauen KI macht. Und schon tauscht man die Erfahrungen über Mähroboter aus: an welchen Stellen scheitern sie typisch, wie kann man das verhindern, wer liefert die zuverlässigsten Service - und soll man zur Schonung der Böden nicht doch 10-15 Zentimeter Gras stehen lassen? Da wird das Gärtnergespräch dann doch schnell auf die alternative Stadtrundfahrt in Hamburg umgelenkt, die immerhin an der historischen Fischbraterei vorbeiführt.  Wer möchte nicht wissen, wo die servierten Kutterschollen noch über den Teller hinausreichen? Sowas erfährt man nur am Clubabend.

Beste Grüße,
Dirk Bade



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