Bericht der 1.ten RSM 2026
Es war doch eigentlich sehr gutes Segelwetter, um die erste Ratzeburg Sail and Meet diesen Jahres zu erleben.
Auf dem Domsee war der Wind noch frisch: Der Wind kam aus östlicher Richtung, sodass der Start eher auf einem Halbwindkurs auf Steuerbordbug stattfand. Trotz des Westwindes war auf der Hafenseite der Startlinie noch unscheinbar guter Wind, sodass nur ich mich neben einer Hand voll anderer Mitstreiter auf dieser Seite bereitmachte. Die meisten Boote platzierten sich auf der zum Hafen abgewandten Seite an der Starttonne. Dann ertönte das Startsignal und ich konnte nach einem kurzen Windaussetzer mit meinem Laser richtig gut in Fahrt kommen. Ich sah, wie sich ein riesiges Pulk auf der Starttonnenseite gebildet hat, wo wohl besonders durch die verrückten Windverhältnisse sehr viele Kollisionen drohten. Ich freute mich sehr über den freien Wind auf meiner Seite und konnte somit an der Spitze segeln.
Als es dann für uns alle durch die Düse ging, waren wir wieder auf einer ausgeglichenen Kreuz; der Wind war noch sehr frisch - noch! Denn, als wir kurz vor Tonne 1 auf dem großen See ankamen, stagnierte der Wind andauernd. Ich hatte auch einen Windaussetzer, was mich ein paar Plätze vor Tonne 1 kostete. Eine Monas und der Monarch konnten sich dann auf dem großen See sehr gut vom restlichen Feld absetzen, zwei Folkeboote konnten mich auch überholen, mit denen ich ganz dicht in der Yardstickzahl bin. Mein Ehrgeiz war natürlich, die Folkeboote noch zu toppen! Tatsächlich zog sich das Feld schon ab Tonne 1 sehr weit auseinander - ich konnte vermuten, dass der Wind auf der Kreuz für das restliche Feld deutlich abnahm. Tatsächlich konnte man nur noch viel vermuten, da die Wettfahrt immer mehr und mehr zu einem riesigen Wirrwarr ausartete: Der Wind war teilweise überall und nirgendwo. Ich selbst konnte mich nicht beschweren, da ich zur Tonne 2 auf dem Halbwindkurs gut in Fahrt blieb. Ich konnte dann sogar auf Halbwind zurück zur Tonne 1 das zweite Folkeboot wieder einholen. Zurück zur Tonne 2 war alles sehr unspektakulär, darauf führte der weiter Weg wieder durch die Düse zur Tonne 3. Hier konnte ich einen richtig schönen Vorwind ausfahren und konnte nochmal deutlichen Abstand aufbauen; das Feld vor mir war aber schon über alle Berge.
Nach Tonne 3 wollte der Wind es noch einmal so richtig wissen: Durch die Düse durch waren nochmal knackige 4 Windstärken. Ich konnte richtig schön auf meinen Halbwind zur Tonne 2 hingleiten; auch der Rückweg zur Tonne 3 war im Schnelldurchlauf. Jedoch nahm der Wind auf dem Domsee wieder deutlich ab. Der Wind war im Vergleich zur Startrichtung komplett nach Osten gedreht, sodass wir zur Tonne 4 kreuzen durften (Darüber kann man sich nicht wirklich beschweren, weil dies die zweite richtige Kreuz der gesamten Wettfahrt war!). Ein, zwei Boote konnten auch wieder zu mir aufschließen. Dann, auf dem Zielvorwind, wollte der Wind wirklich komplett einschlafen: Es dauerte dann wirklich nochmal eine halbe Ewigkeit, bis der Bug meines Lasers die Ziellinie küssen konnte. Weiterhin war absolute Flaute angesagt, was echt fies für die noch im Rennen Beteiligten war. Die einzige Abwechslung war dann ein ordentlicher Regenschauer.
Wenn man sich den Tag im Nachhinein so überlegt, kann man sich weit aus dem Fenster lehnen und schon sagen, dass an diesem Tag gutes Segelwetter war. Man kann aber genau so gut behaupten, dass man es mit so richtig wildem Maiwetter zu tun hatte, wo man sich zusammensetzt und ein paar Runden Knobeln spielt. Ob Segeln oder Knobeln - Am Ende kam diesmal das Selbe dabei raus!
Ahoi Jacob